Gerade habe ich einen Bericht im TeeVee gesehen über eine Gefängnis-Stadt in Bolivien:
4 Hektar Land von einer 5m hohen Mauer und dahinter noch mal von einem ebenso hohen Stacheldrahtzaun umgeben. Wärter gibt es nur aussen, die auf Wachtürmen sitzen und per Anweisung sofort ohne Vorwarnung schiessen, wenn einer über die Mauer will.
Drinnen gibt es Kaschemmen, in die man sich einmieten kann, wenn man Geld hat. Man kann sich auch in der Kaschemme eines Mithäftlings für 15,- einmieten, dann muss man allerdings auf dem Boden schlafen. Wer kein Geld hat, liegt draußen an der Gefängnismauer und wird dort morgens vom Knast selbst organisierten Wachdienst vertrieben.
Es gibt auch Häftlinge, die in so genannten Appartements leben. Die kommen durch mafiöse Geschäfte an ihr Geld, was aber dort ja keinen interessiert. Diese Leute tragen dicke Klunker und vertreiben sich ihre Zeit unter anderem mit Hahnenkämpfen.
Der krasse Gegensatz zu diesen Gefangenen sind die Kranken, die sich keine Behandlung leisten können. Es gibt zwar einen Knast-Arzt, der aber selber Häftling ist und nur gegen cash behandelt. So vergetieren die Tuberkulose-, AIDS- und anderen ansteckenden Kranken in Quarantäne und als einzige verschlossen auf durchgewetzten Matrazen rum und warten auf das erlösende Ende.
Man kann in dieser Stadt alles bekommen, wenn man zahlen kann: Drogen, Waffen, Nutten, es gibt sogar Restaurants.
Von einigen Häftlingen leben auch die Familien in der Stadt, weil Frau und Kinder draußen nicht überleben würden. So laufen kleine Kinder an den Rockzipfeln ihrer Mütter durch diese Stadt, vorbei an Mördern, Dealern, Vergewaltigern, ...
Puh, harter Tobak für meinen Donnerstag-Sofa-Abend.